Neue diagnostische Verfahren in der HG Naturklinik Michelrieth
1. Die transrektale Sonografie ( TRUS)
Spezielle Schallköpfe bieten die Möglichkeit, hochauflösende Bilder von der Prostata, der Harnblase und dem Verschlussapparat von Harnröhre und Harnblase (Sphinkter) zu erhalten, indem diese Schallsonden in den Enddarm eingeführt werden. Diese Untersuchungen sind nicht schmerzhaft und können uns wertvolle Informationen über einzelne Krankheitsbilder geben, wie sie in dieser Art durch keine andere Untersuchung möglich sind. Das erlaubt eine genaue Beurteilung der Struktur und Ausdehnung der Prostata. Neben der Abgrenzung der Altershyperplasie können akute und chronische Entzündungszeichen erkannt werden. Auch die Beurteilung und genaue Lokalisation bösartiger Veränderungen ab einer Größe von 10 mm ist zuverlässig möglich.
2. Advanced dynamic Flow
Es handelt sich um eine neu entwickelte digitale Bildoptimierung des Doppler-Signals sowie der Bildverarbeitung zugunsten einer besonders hohen Empfindlichkeit und hoher räumlicher Auflösung. Die dadurch entstehenden Vorteile sind:
- Erhöhte Gleichmäßigkeit des dargestellten Blutflusses
- Verbesserte Detailauflösung zugunsten größerer diagnostischer Zuverlässigkeit
- Verbesserte Charakterisierung der Plaques (Verkalkungen)
- Darstellung des Blutflusses bis hin zu den Haargefäßen (Mikrozirkulation) in allen Organen
3. Precision Imaging
Mit dieser neuen Art der Bildgebung kommen wir der Realität einen weiteren großen Schritt näher. Durch diese Technologie ist es möglich, Gewebestrukturen eindeutig von typischen Artefakten zu trennen. In Realtime ist das System so in der Lage, Zusammenhänge von Informationen zu erkennen und in neuer Art und Weise zu visualisieren. Gleichzeitig lassen sich damit Artefakte demaskieren und entfernen. Das Ergebnis sind Bilder, die nahezu ausschließlich aus echten Echosignalen bestehen. Verglichen mit der konventionellen Bildgebung verbessert Precision Imaging die zusammenhängende Darstellung der Strukturen. Möglich wird dies durch die deutlich verbesserte Gewebeerkennung, bei gleichzeitiger Artefaktunterdrückung.
4. Kontrastsonografie
Beim kontrastmittelverstärkten Ultraschall werden Ultraschallkontrastmittel bei der Sonografie eingesetzt. Diese Kontrastmittel sind gasgefüllte Mikrobläschen (“microbubbles”), die in den meisten Anwendungen intravenös gegeben werden.
Neueste Kontrastmitteltechnik ermöglicht die Verfolgung einzelner Mikroblasen im Zeitablauf und liefert somit kontrastharmonische Bilder von noch nie da gewesener Auflösung und Detailschärfe. Dieses hervorragende Verfahren eignet sich besonders zur Beurteilung langsam durchströmter Organe wie z.B. der Brust, kleiner Teilbereiche und der Mikrogefäßversorgung der Bauchorgane.
Diagnostischer Ultraschall mit Kontrastmittel hilft Ärzten dabei:
- Gutartige Geschwulste von bösartigen Tumoren in der Leber und anderen Organen zu unterscheiden. Dem Patienten bleiben dadurch belastende Untersuchungen erspart.
- Perfusion der Niere: Hier können nicht durchblutete Bezirke (z. B. Niereninfarkt) frühzeitig abgebildet werden.
- Verletzungen innerer Organe: Hier kann ein Hämatom (Blutansammlung) im Organ beobachtet werden. Zudem weist das Kontrastmittel bereits geringste Blutungen in den freien Bauchraum nach.
5. Kontrast-Echokardiografie
Beim kontrastmittelverstärkten Ultraschall werden Ultraschallkontrastmittel bei der Echokardiografie eingesetzt. Diese Kontrastmittel sind gasgefüllte Mikrobläschen (“microbubbles”), die in den meisten Anwendungen intravenös gegeben werden und entweder lungengängig (Linksherzkontrastierung) oder nicht-lungengängig (Rechtsherzkontrastierung) sind.
- Die Rechtsherzkontrastierung dient zur Detektion von kardialen Defekten in der Vorhof- und/oder Kammerscheidewand, die meist angeboren sind. Bei der Aufdeckung z.B. eines persistierenden Foramen Ovale gilt die Untersuchung mit nicht lungengängigen Kontrastmitteln bei einer Transösophagealen Echokardiografie als Goldstandard.
- Von der European Association of Echocardiography in ihrem Expertenkonsensus werden bei schlechter Bildqualität lungengängige Kontrastmittel vor allem bei Stressechokardiografie-Untersuchungen empfohlen, um die Darstellung einzelner Herzstrukturen (Endokardabgrenzung) zu verbessern und damit zuverlässiger die Wandbewegung beurteilen zu können.
- Unser Ultraschall-System kann dabei gleichzeitig die Myokardperfusion (Mikrozirkulation des Herzmuskels) darstellen, die bei:
- der Koronaren Herzkrankheit unter Belastung.
- Syndrom X, No-Reflow-Phänomen nach Stentimplantation oder Bypass-Operation
- bestimmten Kardiomyopathien, wie dilatative, hypertrophe, Tako-Tsubo
- aber auch beim akuten Myokardinfarkt
Dieses Verfahren befindet sich jedoch noch in Entwicklungsphase und wird nur bei speziellen Fragestellungen durchgeführt und nur, wenn die Möglichkeiten der restlichen kardialen Bildgebung erschöpft sind.
6. Coronary Flow Reserve (CFR) ermittelt mittels transthorakaler Echokardiografie
Koronare Flussreserve (CFR von coronary flow reserve) ist der maximale zusätzliche Volumenstrom, der den Herzmuskel versorgen kann, wenn er belastet wird und einen erhöhten Bedarf an Blutversorgung hat. Sie wird üblicherweise als Quotient von maximalem Belastungs- und Ruhe-Volumenstrom angegeben.
Beim Gesunden kann die CRF den Wert 6 oder höher betragen. Als normal werden Werte oberhalb von 3,5 angesehen. Die CFR ist unter anderem erniedrigt bei:
- Stenosen (Verengungen) in den Koronararterien (Herzkranzgefäße)
- Bluthochdruck
- beim Kardialen Syndrom X
- beim No Reflow-Phänomen nach Stentimplantation und Bypass-Op
- bestimmten Kardiomyopathien, wie dilatative, hypertrophe, Tako-Tsubo
Goldstandard zur Bestimmung der Koronaren Flussreserve ist die Untersuchung mit einem intrakoronaren Doppler-Draht im Rahmen einer Herzkatheter-Untersuchung.
Moderne Ultraschallgeräte wie unseres können mittels transthorakaler Echokardiografie die CFR nichtinvasiv (nicht eingreifend) ermitteln. Beiden Methoden gemeinsam ist, dass zunächst eine Untersuchung in Ruhe durchgeführt wird und diese dann unter medikamentöser Belastung wiederholt wird, zumeist mit Adenosin.
7. Knöchel-Arm-Index:
Der Knöchel-Arm-Index wird durch Blutdruckmessung und Doppler-Sonografie ermittelt. Die Ermittlung des Knöchel-Arm-Indexes erfolgt zur Abschätzung des gesamten kardiovaskulären Risikos und bei Patienten mit arterieller Verschlusskrankheit zur Beurteilung der hämodynamischen Kompensation und zur Verlaufsbeurteilung.
Dazu wird nacheinander eine Blutdruckmanschette weit unten an beiden Unterschenkeln und an beiden Oberarmen angelegt und aufgepumpt. Mit der Doppler-Sonde wird über einem Gefäß unterhalb der Blutdruckmanschette beim Reduzieren des Drucks bestimmt, ab wann wieder Blut fließt.
Der Knöchel-Arm-Index ist der Quotient aus den am Unterschenkel und am Oberarm gemessenen systolischen Blutdrücken (RR systolisch Knöchel / RR systolisch Arm). Ein Quotient von 0,9 bis 1,2 gilt als normal. Je kleiner der Quotient wird, desto größer ist das Ausmaß der Durchblutungsstörung oder entsprechend das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.
8. Spirometrie
Die Spirometrie ist ein medizinisches Verfahren zur Messung und Aufzeichnung des Lungen- bzw. Atemvolumens und der Luftflussgeschwindigkeiten zur Beurteilung der Lungenfunktion. Das verhilft der Diagnosestellung und Verlaufs- und Therapiekontrolle bei
- chronischer Bronchitis
- Asthma bronchiale
- chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)
- Lungenemphysem
- Atemnot unklarer Genese
9. Gewebe-Doppler mit speziellem Vermessungsprogramm (TDI-Q)
Relativ neue Weiterentwicklung des Doppler-Verfahrens zur Vermessung der Geschwindigkeit und Verkürzung des Herzmuskels während der Pump- und Entspannungsphase.
- Zur Ermittlung der diastolischen Dysfunktion des linken und rechten Ventrikels (eine besondere Form der Herzinsuffizienz)
- Zur Frühentdeckung der koronaren Herzkrankheit (Herzkranzgefäßverengung)
- Detaillierte und sehr präzise Bestimmung des Ausmaßes eines Herzinfarktes
- Displacement imaging – Aufdeckung einer dyssynchronen linksventrikulären Funktion, z.B. bei Linksschenkelblock, schwerer ischämischer oder dilatativer Kardiomyopathie
- Indikation zur Resynchronisationstherapie mittels speziellem Schrittmacher
- Verlaufskontrolle nach der Schrittmachereinpflanzung
