Newsletter Januar 2007

Unser Gesundheitstipp:

Gundelrebe ist ein herrliches Mittel gegen Husten und Bronchitis. Sowohl als Tee, dazu 1 Teel. in ¼ Liter kochendes Wasser geben und 3 Minuten ziehen lassen – oder auch als Badezusatz, mit 1 Liter starken Tee auf 1 Badewanne.
Dieser Tipp kommt von Frau M.G. aus H. Sie berichtet auch, dass dieser Badezusatz bei ihrem Sohn als Baby eine sehr starke Bronchitis ausheilte. Das Baby konnte wegen bellendem Husten keine Nacht schlafen. Durch tägliche Bäder mit Gundelrebe, welche man auch mit Lavendelblüten und Lindenblüten mischen kann, konnte er jede Nacht gut durchschlafen.

Weniger Toleranz für psychisch Kranke

In der Zeitung „Die Welt“ erschien am 05.01.2007 ein Artikel, der sich mit der Einstellung der Bevölkerung gegenüber psychisch Kranken beschäftigt. Nach Aussagen der Chefärzte der Berliner Wiegmann-Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie werde die gesellschaftliche Reaktion strenger. Vor 10 Jahren waren psychosomatische Erkrankungen noch toleriert worden. Man konnte sich leisten, ein Vierteljahr nicht zu funktionieren.
Die Chefärztin kritisiert dabei aber auch die Einstellung der Patienten: Es sei zu beobachten, dass die Patienten nicht mit einer Bereitschaft zur Veränderung die Therapie suchten, sondern mit einer Vorwurfshaltung. Die Vorwürfe richteten sich gegen die Gesellschaft, die Eltern oder das soziale Umfeld. Die Selbstverantwortung werde dabei abgegeben.
Als Therapieziele nannte sie: Entwicklung der Selbstwahrnehmung sowie Eigenverantwortung für das Geschehen.

Unser Kommentar:

Je besser es einer Gesellschaft geht, umso besser toleriert sie z.B. auch psychische Erkrankungen. Wenn es dem Einzelnen gut geht, toleriert er auch besser, wenn der Nachbar, der Freund, der Arbeitskollege durch psychische Krankheit ausfällt. Geht es dem Einzelnen dann schlechter, muss er mehr und mehr um seinen Arbeitsplatz, um sein Auskommen kämpfen, dann ist es sicherlich auch verständlich, dass er/sie nicht so gut toleriert, wenn sich der Familienangehörige, Nachbar, Arbeitskollege auf seine Kosten „hängen lässt“.
So weit verständlich, auch die Reaktion der Bevölkerung. Aber auch richtig?
Ganz besonders bemerkenswert und für uns auch erschreckend an dieser Veröffentlichung ist die Tatsache, dass „die Patienten nicht mit einer Bereitschaft zur Veränderung die Therapie suchten, sondern mit einer Vorwurfshaltung. Die Vorwürfe richteten sich gegen die Gesellschaft, die Eltern oder das soziale Umfeld. Die Selbstverantwortung werde dabei abgegeben.“ Wurde das nicht z.T. auch durch die Psychotherapie, aber auch durch sogenannte gesellschaftliche und politische Vorbilder in den letzten Jahrzehnten gefördert? War etwas schief gegangen, war immer sehr schnell ein Sündenbock gefunden.
Das bedeutet, diese Patienten erwarten, dass man ihnen die Lebensbedingungen verbessert und so gestaltet, dass es ihnen gut geht. Die Eltern sollen mehr Liebe geben, die Gesellschaft besser für sie sorgen, die Arbeitgeber für Arbeit und guten Lohn sorgen, möglichst mit wenig Anstrengung, und das soziale Umfeld soll sich so verhalten, dass es dem Einzelnen gut geht. Da stellt sich doch die Frage, wer ist „man“, der für das angenehme Leben sorgen soll?
Eine solche Einstellung muss zur Krankheit führen. Und sie führt vor allen Dingen mehr und mehr in die Einsamkeit, in die Verbitterung, in die Depression.
Ein Sprichwort heißt: „Du selbst bist Deines Glückes Schmied“. Kommt dies von ungefähr oder liegt in diesem Sprichwort nicht eine tiefe Weisheit? Nur wir selbst können mit Hilfe der in uns wohnenden Kraft das Beste aus jeder Lebenssituation machen. Nur wir selbst können aus den Situationen, in denen wir uns befinden, lernen. Viele Patienten, die selbst in schwierigen Lebenssituationen waren, berichteten uns, dass sich ihr Leben, ihre Situation in der Familie und am Arbeitsplatz, wesentlich verbesserte, nachdem sie die Verantwortung für ihr Leben nicht abgeschoben haben, sondern anhand der Goldenen Regel ihre Lebenssituation analysiert und krankmachende Verhaltensweisen geändert haben. Die Goldene Regel lautet: „Was Du nicht willst, dass man Dir tu`, das füg auch keinen anderen zu“ oder auch „Was Du willst, dass man Dir tu`, das tue Du zuerst“.
So berichtet z.B. eine Patientin, die sich in ihrer Familie, von ihren Eltern und ihrem Mann nicht geliebt und unverstanden fühlte, dass sich dies in recht kurzer Zeit stark änderte, als sie selbst begann zuzuhören, sich um Verständnis bemühte, den anderen liebevolle Worte und Handlungen entgegenbrachte, auch wenn sie nicht gleich erwidert wurden.
„Du selbst bist Deines Glückes Schmied“ – vielleicht ist dies auch ein Weg zu mehr Zufriedenheit, Toleranz, Leistungsfähigkeit.

Übrigens wussten Sie schon …

… dass in Deutschland mehr psychosomatische Betten in Kliniken zur Verfügung stehen als in der ganzen westlichen Welt zusammengenommen. (aus: Manfred Spitzer, Nervenkitzel, Suhrkamp Taschenbuch 2006)

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