Newsletter Januar 2007
Unser Gesundheitstipp:
Frau M. M. gibt uns eine Hilfe aus ihrem eigenen Leben.
Die jetzt 66-jährige Frau bemerkte mit 50 Jahren mit Schreck, dass sie etwas inkontinent wurde. Dann stellte sie fest, dass dieses Tabu-Thema recht weit in ihrer Verwandtschaft verbreitet war. Sie begann, Kürbiskernöl einzunehmen. Heute ist sie weitgehend beschwerdefrei.
„Geben ist seliger denn Nehmen“
In Kapitel 19 seines kürzlich erschienen Buches „Vom Sinn des Lebens“ stellt der renommierte Hirnforscher und Psychiater Professor Manfred Spitzer eine Studie zu diesem Thema vor.
Es geht um die Frage, was stärker lebensverlängernd wirkt: Das Annehmen von Hilfen und Zuwendung, oder der aktive Dienst am Mitmenschen.
Dazu wurden vom Institut für Sozialforschung der Universität von Michigan 423 ältere Paare untersucht. Professor Spitzer vergleicht den in dieser Studie festgestellten Überlebenseffekt mit der Einnahme von Aspirin, von dem in Studien zweifelsfrei ein lebensverlängernder Effekt bei Herz-Kreislauf- Erkrankungen nachgewiesen wurde.
„Das aktive Helfen hat gesamtgesundheitliche Auswirkungen, die weit über die Hilfe hinaus gehen. Die Helfenden leben länger! ... Der statistischen Auswertung der Studie ist zu entnehmen, dass nur eine von zehn Formen des Annehmens von Hilfe einen positiven Effekt auf Ihr Überleben hat. ... Sieben von zehn der statistisch ausgewerteten Formen des (aktiven, Anm.) Helfens haben einen signifikant positiven Effekt auf das Überleben. ...Wenn jemand Ihnen zuhört, ist das doppelt so gut wie Aspirin. Einem anderen Menschen jedoch zu helfen, hat im Vergleich zur Einnahme von Aspirin etwa den 5-fachen positiven Effekt auf Ihr Überleben.“
Die Sterblichkeit nahm sogar zu, wenn der Einzelne durch Instrumente oder medizinische Hilfsmittel gut versorgt wurde.
Sozialkontakte bieten auch nur dann einen Überlebensvorteil, wenn man Unterstützung gibt, nicht, wenn man sie erhält.
„Geben ist also wirklich seliger denn Nehmen. Rein rechnerisch könnte man durch Ehrenämter die Streichung einer ganzen Reihe von Langzeitmedikationen ausgleichen. Das sparte nicht nur Milliarden an Gesundheitskosten, sondern brächte zusätzliche Lebensqualität für diejenigen, denen geholfen wird.“
Unser Kommentar:
In diesen wenigen Zeilen ist ein ganz wesentliches Prinzip der Heilung dargelegt, aber auch im Umkehrschluss ein wesentliches Prinzip des Krankwerdens.
Gesund bleiben und gesund werden dadurch, dass wir für unsere Mitmenschen da sind. Dass wir ihnen zuhören, ihnen helfen, uns darüber Gedanken machen und dafür sorgen, dass es unserem Mitmenschen besser geht.
Demgegenüber könnte Krankwerden auch bedeuten, dass wir diese Aspekte mehr und mehr aus den Augen verloren haben. Dass wir der Ansicht sind, uns stünde etwas zu und wir hätten ein Recht auf bestimmte Dinge, z.B. dass uns jemand zuhört, dass uns jemand hilft, achtet, schätzt u.s.w. Wird dies enttäuscht, kommt es zu Verbitterung, Neid, Hass, Feindschaft u.v.m. Aber selbst wenn man uns diese Dinge entgegen bringt, haben sie doch keine wirkliche Bedeutung und keinerlei gesundheitlichen Nutzen, wie diese Studie zeigt.
Einzig wirklich von Bedeutung ist, was wir für andere tun.
Das hat ganz entscheidende Bedeutung für die Heilung, aber auch für die Prävention. Heilung ist letztlich nur dann möglich, wenn wir unsere Haltung im Leben verändern. Wenn wir lernen, von uns weg zu denken und uns dafür einzusetzen und so zu leben, dass es unseren Mitmenschen, ja der ganzen Schöpfung um uns herum, besser, ja gut geht. So zu leben ist die beste Prävention, auch wenn wir noch nicht erkrankt sind. Und es brächte nicht nur zusätzliche Lebensqualität für diejenigen, denen geholfen wird, sondern auch für diejenigen, die selbstlos helfen.
„Was Du willst, dass man Dir tu', das tue Du zuerst.“ und „Was Du nicht willst, dass man Dir tu`, das füg auch keinem anderen zu“. Die Goldene Regel der Bergpredigt wird so zu unserem besten Therapie- und Heilmittel.
Und die vielleicht einzige Option zur Lösung unseres Kostenproblems im Gesundheitswesen.
