Newsletter Mai 2007
Unser Gesundheitstipp:
Hochaktuell: „Der Spiegel“ – Ausgabe vom 30.04.2007: Fremde Zeckenart hochgiftig
Ein Stich dieser neuen Auwaldzecke ist hochgefährlich. Es kann z.B. sofort nach einem Stich zu Taubheit kommen. Auch lässt sich die Zecke nicht einfach wie bisher fallen, wenn man z.B. am Gebüsch vorbeistreift, sondern sie greifen aktiv an. Sie übertragen u.a. Rickettsien. Davor kann man sich nicht durch Impfung schützen, sondern allein durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen:
- Waldspaziergänge mit geschlossener Kleidung. Das heißt langärmlige Hemden, Blusen, geschlossene Schuhe und Strümpfe, lange Hosen (keine Röcke); das Streifen durch Dickicht und Unterholz meiden.
- Nach dem Spaziergang immer sofort die Haut auf Bissstellen und Zecken untersuchen und sofort entfernen. Dazu greift man die Zecke z.B. mit einer Zeckenzange (Apotheke) und zieht sie, ohne zu drehen, langsam aus der Haut. Kein Öl oder Klebstoff o.ä. vorher verwenden, da die Zecke im Todeskampf ihr gesamtes Gift in den Körper abgibt.
Kennen auch Sie einen Tipp aus der Hausapotheke? Schreiben Sie uns. Vielleicht kann er vielen Menschen nützlich sein und helfen.
ADS/ADHS – Das Hyperaktivitäts-Syndrom
Ist die Zukunft unserer Gesellschaft gefährdet? (Teil 2)
Letzte Woche haben wir einige Fakten zu ADS (attention deficit syndrome) und ADHS (attention deficit and hyperactivity syndrome) bei Kindern beschrieben. Zu Beginn möchten wir diese kurz zusammenfassen.
ADS und ADHS bezeichnen ein bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vorkommendes Syndrom, welches gekennzeichnet ist durch eine, trotz normaler, manchmal überdurchschnittlicher Intelligenz, vorliegende mangelhafte Konzentrationsfähigkeit und Ablenkbarkeit (ADS). Diese ist in einigen Fällen kombiniert mit einer motorischen Hyperaktivität (ADHS), also einem übermäßigen Bewegungsdrang.
Die meisten Kinder werden mit Ritalin behandelt. Ritalin gehört zur Klasse der Amphetamine, das sind Aufputsch- und Dopingmittel. ADS/ADHS ist jedoch ein sehr komplexes Geschehen mit unterschiedlichen Ursachen. Diese ganzheitliche Sicht, der eine entsprechende Diagnose vorausgehen muss, kann häufig zu sehr guten Behandlungserfolgen führen; dies haben wir in unserer Klinik in jahrelanger Erfahrung festgestellt.
Nun zu den neuen Fakten dieses Newsletters:
Ernährung, Mikronährstoffe und ADS/ADHS und andere Lernstörungen:
Eine umfangreiche Dokumentation zu diesem Thema findet sich in der Publikation „Changing Diets, Changing Minds“ der britischen Verbraucherorganisation Sustain und der Mental Health Foundation. Sie kann im Internet heruntergeladen werden auf der Homepage der Mental Health Foundation. Einige Fakten:
- Nahrungsmittelzusatzstoffe können zu ADS/ADHS-Symptomen und zu anderen psychischen Befindlichkeitsstörungen bei Kindern führen.
- Ein hoher Verzehr von Zucker kann zu emotionaler Instabilität und kindlicher Verhaltensstörung beitragen.
- Ein Eisenmangel kann zu ADS/ADHS-Symptomen führen, da Eisen für die Bildung des Botenstoffes Dopamin erforderlich ist.
- Zink-Supplementierung kann zu einer Verbesserung der ADS/ADHS-Symptome führen.
Erst vor kurzem konnte nachgewiesen werden, dass Zink eine wichtige Rolle in der Signalweiterleitung im Gehirn führt. - Ein Mangel an Vitamin B1, B2 und Folsäure kann ebenfalls zu Verhaltensauffälligkeiten und Lernstörungen führen.
Vitamin B1 ist von zentraler Bedeutung für die Energieversorgung von Nervenzellen und wird zur Verwertung der Kohlehydrate benötigt. Das Getreidekorn hat im Keimling und in den Außenschichten des Korns viel Vitamin B1, um die Kohlehydrate im Mehlkörper zu verwerten. Daher führt der viele Verzehr von raffiniertem Mehl ohne Kleie und Keimling mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Mangelzuständen. - Eine schlechte Versorgung mit Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren führt zu Lernstörungen. In einer Studie konnte durch Supplementierung von Alpha-Linolensäure und Vitamin C eine deutliche Verbesserung der ADS/ADHS-Symptome erreicht werden.
Sind diese ungesättigten Fettsäuren, z.B. aus Leinöl, Rapsöl, Walnussöl, zu wenig vorhanden, werden die falschen Fette in die Membran der Nervenzellen eingebaut. Dadurch kommt es zu einer Funktionseinbuße der Zellmembranen. Somit ist Fast Food mit viel raffinierten Kohlehydraten und vielen gesättigten Fettsäuren prädestiniert für die Ausbildung einer ADS/ADHS-Symptomatik. - Es können auch Probleme mit der Aminosäurenversorgung zugrunde liegen, da für die Bildung der Botenstoffe verschiedene Aminosäuren erforderlich sind.
Vorteilhafte Aminosäurenzusammensetzungen haben z.B. Nüsse oder Sonnenblumenkerne. Nicht umsonst heißt die Mischung aus Nüssen und Rosinen „Studentenfutter“. - Es gibt einige wenige Studien, bei denen nachgewiesen werden konnte, dass das Meiden bestimmter Nahrungsmittel die ADS/ADHS-Symptomatik verbessert.
Hier könnte eine Untersuchung auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten hilfreich sein, wenn es Hinweise darauf gibt. Solche Hinweise können z.B. Müdigkeit, Unruhe oder Reizbarkeit nach dem Essen sein. - Ein hoher Konsum von phosphathaltigen Lebensmitteln und mit Glutamat gewürzten Speisen wirken sich auch sehr ungünstig auf die Hirnfunktion aus.
Die Hauptquelle für phosphathaltige „Lebensmittel“ sind Cola und Cola-Mischgetränke, oft das Lieblingsgetränk der Kinder und Jugendlichen.
Glutamat ist häufig wesentlicher Bestandteil gut gewürzter Snacks, z.B. Chips. Ohne Glutamat würden diese nach nichts schmecken.
Es empfiehlt sich also immer, eine individuelle Überprüfung der Ernährungsgewohnheiten durchzuführen, eine individuelle Ernährungsberatung und eine individuelle Untersuchung und gegebenenfalls Ergänzung der Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Fettsäuren, Aminosäuren. Allein dadurch konnten wir häufig eine ganz deutliche Besserung erzielen.
ADS/ADHS ist eine Entfremdungs-Krankheit:
ADS/ADHS ist ein Symptomenkomplex, der durch einzelne Therapien meist nicht ausreichend behandelbar ist. Am besten wirkt eine Analyse und daraus folgende Veränderung des Lebensstils, der Gewohnheiten. Dazu gehören
- in der Familie z.B., dass man zu wenig Zeit füreinander hat
- stundenlanges Sitzen vor Fernseher, Computer und Playstation
- ungesunde Essgewohnheiten
- wenig sportliche Aktivität
- wenig Beschäftigung mit kreativen Elementen
- wenig Kontakt zur Natur u.s.w.
ADS/ADHS ist in vielen Fällen Ausdruck der modernen Gesellschaft, welche das Interesse am Mitmenschen, das Interesse an einem guten Miteinander verloren hat, welche viel mehr Freude an Konsum als Freude an Kreativität hat, um etwas Gutes aufzubauen und weiterzuführen. Diese Interesselosigkeit und zunehmende Isolation hat auch kein Ziel im Leben. Wundert es da, dass man immer unruhiger wird? Immer weniger sich konzentrieren kann? Immer reizbarer wird und gegen die Mitmenschen ist?
Wir müssten uns wieder darin üben, etwas für unsere Mitmenschen, die Natur, die Tiere übrig zu haben und ein Interesse am Wohl dessen, was uns umgibt. Denn das ist die Welt, die wir selbst gestalten, in der wir leben und die uns wieder prägt. Die „Erwachsenen“ sollten hier Vorbild sein. Denn welche Motivation sollten die Kinder haben, wenn die Erwachsenen ihnen die Bequemlichkeit und den Egoismus vorleben?
Wir können dieses Interesse, diese Kreativität wieder üben: indem wir z.B. bei einem Spaziergang ganz bewusst einen Baum, einen Strauch, eine Blume, betrachten, den Wind und die Sonne auf unserer Haut spüren, und uns bewusst werden, dass es die große schöpferische Kraft ist, die in allem wohnt, auch in uns. Wollen Sie es einmal ausprobieren?