Newsletter Juni 2007
Unser Gesundheitstipp:
Der „Vier-Winde-Tee” gegen Blähungen
Mischen Sie zu gleichen Teilen Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander. Quetschen Sie zwei Teelöffel dieser Mischung in einem Mörser und übergießen Sie dies sofort mit ½ Liter siedendem Wasser. Zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen, abseihen. Ungesüßt in zwei bis drei Portionen am besten nach dem Essen trinken.
Kennen auch Sie einen Tipp aus der Hausapotheke? Schreiben Sie uns. Vielleicht kann er vielen Menschen nützlich sein und helfen.
„Die Heilkraft der Einbildung”
Unter diesem Titel erschien in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Der Spiegel“ vom 25.06.2007 ein aufschlussreicher Artikel über die erstaunliche Heilkraft der Einbildung. Besonders beeindruckend ist das Ergebnis einer Studie zu diesem Thema, welche von dem Orthopäden Bruce Moseley in Texas durchgeführt wurde. Er wollte wissen, inwiefern eine Arthroskopie wirksamer ist als eine Scheinoperation.
(Anmerkung: Eine Arthroskopie, zu deutsch eine Gelenkspiegelung, ist eine häufig durchgeführte Operation bei verschiedenen Gelenken. Am häufigsten erfolgt diese Gelenkspiegelung bei Schmerzen am Kniegelenk , um z. B. den Gelenkknorpel zu glätten oder Meniskus-Operationen durchzuführen.)
Moseley teilte 180 Patienten mit mittelschwerer Kniearthrose (Anm.: Abnutzung des Kniegelenks) unterschiedlichen Gruppen zu. Erst kurz vor der Operation erfuhr der Orthopäde, welcher Patient in welcher Gruppe war. Die einen Patienten wurden in Vollnarkose nach den Regeln der Arthroskopie arthroskopisch behandelt. Die Patienten der „Placebo-Gruppe“ wurden mit einer Spritze in einen Dämmerschlaf versetzt. Zusätzlich erhielten sie ein starkes Schmerzmittel, dann ritzte Mosley mit dem Skalpell drei winzige Schnitte in die Haut und bewegte das Bein wie bei der richtigen Operation. Ein Assistent goss Wasser in einen Eimer, um die Spülgeräusche zu simulieren. Sämtliche Patienten wurden noch eine Nacht im Krankenhaus betreut und zur gleichen Zeit entlassen. Keiner erfuhr, was mit seinem Kniegelenk geschehen war.
Zwei Jahre nach dem Experiment waren nahezu alle Patienten zufrieden mit dem Eingriff und in vielen Fällen froh, ihre Schmerzen los geworden zu sein – ganz unabhängig davon, ob sie nun wirklich operiert worden waren oder nicht.
Unser Kommentar:
Zu Beginn noch ein paar Fakten zu Arthroskopien. Es werden in deutschen Kliniken mehr als 190.000 Kniegelenke jährlich arthroskopiert. Hinzu kommen Hunderttausende Eingriffe, die in den Praxen niedergelassener Orthopäden stattfinden. Die Arthroskopie ist inzwischen ein Industriezweig mit vielen Milliarden Euro Umsatz.
Über die Kraft der Gedanken ist viel geredet und spekuliert worden. Es gibt unglaublich viele Ansichten darüber: von eifrigen Verfechtern bis hin zu Menschen, welche den Einfluss der Gedanken auf Gesundheit und Krankheit völlig negieren. Und doch hat jeder von uns die Erfahrung bereits tausendfach gemacht, wie die Gedanken unser Befinden beeinflussen. Wie uns z.B. eine schlechte Nachricht in den Magen fährt und uns Völlegefühl, Druck im Bauch, Schwäche in den Knien bereiten kann, und wie uns z.B. eine freudige Nachricht oder ein freudiges Erlebnis stimuliert und uns ungeahnte Kräfte verleihen kann.
Auch der Placebo-Effekt, also die „Wirksamkeit“ eigentlich unwirksamer Medikamente, ist seit langem bekannt. So hat z.B. sogar Morphium, eines der stärksten Schmerzmittel überhaupt, eine Placebo-Komponente von bis zu 40%.
Es ist hochinteressant und spannend, dass nun der Einfluss unserer Gedanken und Gefühle, der Einfluss unserer Gehirntätigkeit auf unsere Gesundheit und Heilung wissenschaftlich mehr und mehr erforscht wird. Mit faszinierenden Ergebnissen!
Wenn selbst eine Scheinoperation die gleichen Ergebnisse bringt wie eine echte Operation, muss der Bedeutung der Gedanken, der Gefühle, der Einstellung sicherlich eine viel größere Bedeutung beigemessen werden, als dies bisher geschah. Vielleicht die entscheidende Rolle, ohne die eine dauerhafte Heilung nicht möglich ist.
Wenn aber unsere Gedanken, unsere „Einbildung“ einen solch massiven Einfluss auf unsere Heilung haben, ist es da nicht völlig logisch, dass umgekehrt diese Gedanken und Gefühle vielleicht auch einer der Hauptfaktoren bei der Entstehung von Krankheiten sind? Ist es nicht unsinnig, einerseits eine so enorme Wirkung bei der Heilung anzunehmen und dies als Tatsache sogar zunehmend in die Therapie mit einzubeziehen, andererseits deren Einfluss auf die Entstehung von Krankheiten zu verneinen?
Diese Untersuchungen bringen uns einen ganzen Schritt weiter im Verstehen, wie Krankheiten entstehen, und wie Gesundheit wieder erlangt oder erhalten werden kann.
Jeder einzelne Patient hat so die Möglichkeit, mehr als alle Ärzte und Therapeuten der Welt für seine Gesundheit zu tun, durch eine Änderung seiner Gedanken, seiner Einstellung, seiner negativen Hass-, Ärger- oder Neidgefühle. Er kann sein Denken und Leben z.B. an der Goldenen Regel der Bergpredigt messen: „Was du nicht willst, dass man dir tu`, das füg` auch keinem anderen zu“, und mit seinen Mitmenschen „ins Reine kommen“, indem er z.B. vergibt und um Vergebung bittet, und sich ein neues, positives Lebens- und Denkensbild erstellt und dies einübt.
Ein guter Arzt oder Therapeut ist sich bewusst, dass er den Kranken nicht heilen kann. Dies kann nur die Innere Kraft im Menschen, die Selbstheilungskraft. Aber er kann mit seinem Wissen, mit seinen Fähigkeiten, mit seinem Einfühlungsvermögen und seiner Liebe zu den Mitmenschen und zur Natur den Patienten engagiert auf seinem Weg zur Gesundheit begleiten, dem Körper helfen, lindern, erleichtern, Mut machen, helfen, die Spannungen zu lösen. Das ist echte Ganzheitsheilung.
Ein Satz, der noch zu Anfang letzten Jahrhunderts über so mancher Kliniktür hing, fast vergessen ist, und doch heute eine größere Bedeutung hat als je zuvor, lautet:
„Medicus curat, Deus sanat.“
Der Arzt behandelt, Gott heilt.
Zum Schluss noch das Zitat der Woche:
»Vegetarismus gilt als Kriterium, an welchem wir erkennen können, ob das Streben des Menschen nach moralischer Vollkommenheit ernst gemeint ist.«
Leo Tolstoi, russ. Humanist und Dichter (1828-1910)