Newsletter August 2007
Unser Gesundheitstipp:
Ein altes Hausmittel bei schwer heilenden Wunden
Bei schwer heilenden Wunden, z.B. auch zwischen den Zehen, ist seit alters her folgendes Rezept der Volksheilkunde bewährt: 2 Essl. getrocknetes oder 4 Essl. frisches Gänsefingerkraut in einer Mischung aus ½ Liter Milch und ½ Liter warmem, nicht heißem, Wasser eine Stunde ansetzen, dann mit heißem Wasser aufgießen bis zur Menge für ein Fußbad. Darin die Füße 20-30 Minuten baden. Abtupfen, mit Wasserstoffperoxid 3% beträufeln und locker verbinden. Je nach Schweregrad der Wunde 1-3x täglich durchführen.
Kennen auch Sie einen Tipp aus der Hausapotheke? Schreiben Sie uns. Vielleicht kann er vielen Menschen nützlich sein und helfen.
„Das Böse im Guten – Die Biologie von Moral und Unmoral”
Dies ist das Titelthema in der neuesten Ausgabe des Magazins „Der Spiegel“ Nr. 31 vom 30.07.2007.
In diesem Artikel geht es um die Ursprünge von Ethik und Moral. Die bisher gängige Lehrmeinung von Juristen, Sozialwissenschaftlern, Erziehungswissenschaftlern, Psychologen und Medizinern bestand weitgehend darin, dass das moralisch-ethische Verhalten ausschließlich das Produkt einer entsprechenden Erziehung wäre. Neueste Befunde aus dem Bereich der Hirnforschung zeigen jetzt, dass diese Lehrmeinung nicht stimmt:
„So ist sein (des Menschen) Gehirn bei der Geburt offenbar keine „Tabula rasa“, kein jungfräuliches Blatt Papier, das durch Erziehung und andere Umwelteinflüsse noch ganz nach Belieben beschrieben werden könnte. Jetzt macht sich die Erkenntnis breit: Der Mensch kommt mit einem moralischen Kompass auf die Welt, einem angeborenen Sinn für Gut und Böse. ... Der Moralsinn macht einen keineswegs zu einem guten Menschen, sagen die Forscher. Zwar weiß demnach jeder Mensch (soweit sein Gehirn intakt ist) was richtig und was falsch ist. Aber es gibt viele psychologische Mechanismen und Umwelteinflüsse, die den Moralsinn überlagern können.“
In bildgebenden Verfahren, z.B. in der Kernspintomographie, kann man ein Netzwerk der Moral in der Hirnanatomie nachweisen. (Eine Grafik der entsprechenden Abschnitte des Gehirns findet man im „Spiegel“ auf S. 111.)
„Überall auf dem Erdenrund wohnt Menschen offenbar das gleiche Gespür für Fairness, Verantwortung oder Dankbarkeit inne. Jemand mit Absicht zu verletzen wird in allen Kulturen für schlimmer erachtet, als wenn dies ohne Vorsatz geschieht. Und schon Kleinkinder verfügen über diese moralischen Grundurteile. ... Entwicklungspsychologen zufolge verfügen sogar Säuglinge über ein rudimentäres Gespür in einem Alter, in dem sie laut (dem renommierten Erziehungswissenschaftler) Kohlberg noch viel zu jung dafür wären.“
In dem Artikel kommen die Autoren u.a. zu folgenden Schlüssen: „Die Geschichte der Menschheit ist bis heute von Kriegen, Massakern und anderem Unrecht durchzogen. Ohne Frage: Der angeborene Moralinstinkt ist schwach. ... Der Rechtsphilosoph Mahlmann ist ... (aber) davon überzeugt, dass den moralischen Intuitionen eine Schwungkraft innewohnt: Diese werde die Welt Zug um Zug zum Besseren wenden.“
Unser Kommentar:
Diese Erkenntnisse stellen einen Großteil der bisherigen Erkenntnisse und die daraus resultierenden Konsequenzen in Rechtsprechung, Medizin, Sozialwissenschaft u.s.w. auf den Kopf. Man ging bisher davon aus, dass die Erziehung den wesentlichsten, manchmal einzigen Grundstock für die Entwicklung der Persönlichkeit des Menschen legt – sei es in der Bewertung einer Straftat, sei es als Grundlage und Berechtigung der Tiefenpsychologie u.v.m.
Nun gibt es sehr starke Hinweise dafür, dass der „Moralsinn“ ein ebenso angeborener Sinn ist, wie z.B. der Geschmacks-, Geruchs-, Seh-, Hör- und Tastsinn. Ebenso wie wir einen dieser Sinne schulen oder zerstören können, man denke nur an den fein geschulten Gehörsinn eines Blinden oder im Gegensatz dazu den z.T. zerstörten Gehörsinn eines Menschen, der stundenlang lauteste Rockmusik hört oder ohne Gehörschutz am Presslufthammer steht, ebenso kann man demnach auch seinen „Moralsinn“ entweder entwickeln oder vermindern. Wir können quasi unser Gewissen verfeinern oder mehr und mehr abtöten.
Auch wenn der angeborene Moralinstinkt schwach ist, wie es in dem Artikel heißt, sind auch wir wie Herr Mahlmann davon überzeugt, dass dieser moralischen Intuition eine Schwungkraft innewohnt, welche die Welt zum Besseren wenden wird.
In allen Kulturen, in allen Religionen, ist es diese moralische Instanz, welche angesprochen und entwickelt werden soll. Z.B. lautet die Goldene Regel der Bergpredigt: „Was Du nicht willst, dass man Dir tu`, das füge auch keinem anderen zu.“ Die Neurowissenschaften wissen, dass ein Verhalten, welches immer und immer wieder getan oder eingeübt wird, auch im Gehirn die Bahnen und Schaltkreise verstärkt. Es entstehen quasi dort große Autobahnen der Kommunikation, Verhaltens- und Denkweisen. Diejenigen, welche man nicht benützt, verkümmern zu kleinen „Trampelpfaden“. Die Epigenetik zeigt, dass sich Verhaltensmuster von Generation zu Generation weitergeben und verstärken lassen. Somit ist eine Höherentwicklung der Menschheit hin zu einem moralisch-ethischen Zusammenleben der Menschen untereinander und mit der Natur und den Tieren möglich, ja sogar unsere Aufgabe. Es ist aber die Aufgabe jedes einzelnen Menschen, jedes Einzelnen von uns, diese positiven Bahnungen in unserem eigenen Gehirn zu stärken, den „Moralsinn“ zu entwickeln, und somit zu einer besseren Welt beizutragen. Jetzt und in der folgenden Generation. Nur so ist eine bessere Welt möglich. Es ist keine Utopie. Es ist möglich.
Zum Schluss noch das Zitat der Woche:
»Eine Gelegenheit klopft nie zweimal an.
Das ist die traurige Wahrheit.
Und wenn wir Dinge auf den nächsten Tag verschieben,
kann es sein, dass dieser Tag nicht stattfindet.«
Gloria Estefan (*1957), amerik. Sängerin und Schauspielerin