Newsletter Juli 2008

Liebe Patienten und Freunde der HG Naturklinik,

viele haben es bereits selbst erfahren: seit vielen Jahren bieten wir in unserer HG Naturklinik Michelrieth ein hervorragendes Konzept zum erfolgreichen Abnehmen an.

Es handelt sich um eine ideale Kombination aus Heilfasten ohne Hungern, Mikronährstofftherapie, Bewegung, Schlankheitsmassagen und -wickeln sowie Hilfestellung bei der Bewältigung von Lebensumständen, die zum Übergewicht führen.

Dr. med. Hans-Günter Kugler, Leiter unseres Mikronährstofflabors, hat im Praxis-Magazin einen viel beachteten Artikel über die wissenschaftlichen Hintergründe des Übergewichts veröffentlicht, den wir in diesem Newsletter auszugsweise wiedergeben.

Die Heilfasten-Termine 2008 finden Sie hier.
Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern!

Für das Team der HG Naturklinik Michelrieth

Diana Ciprandi
Heilfastenbetreuerin

Übergewicht und Mikronährstoffe Trotz Überernährung sind Mikronährstoffmängel häufig

aus Praxis-Magazin, Juni 2008

Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler

Übergewicht und Adipositas entwickeln sich weltweit zur größten Herausforderung für die Gesundheitspolitik. Bereits im Jahr 2000 galten nach Angaben der WHO mehr als 1 Mrd. Menschen als übergewichtig und mindestens 300 Mio. als adipös. Im Februar 2008 wurden die Ergebnisse der ersten gesamtdeutschen Verzehrstudie des Bundesforschungsinstituts für Ernährung publiziert. Zwei Drittel der Männer und 51 Prozent der Frauen sind in Deutschland derzeit als übergewichtig einzustufen. Schweres Übergewicht ist vor allem in unteren sozialen Schichten verbreitet.

Ende April 2007 bezifferte die deutsche Bundesregierung die jährlichen Kosten für ernährungsabhängige Krankheiten auf 70 Mrd. Euro. Bis in wenigen Jahren rechnet man mit Kosten von 100 Mrd. Euro, sollten sich die Ernährungsgewohnheiten und die bewegungsarme Lebensweise der Deutschen nicht grundsätzlich ändern.

Übergewicht ist keineswegs nur ein kosmetisches Problem, sondern führt in Abhängigkeit vom Ausmaß zu einer ganzen Reihe krankhafter Stoffwechselveränderungen, die dann wiederum die Entstehung verschiedener Zivilisationskrankheiten begünstigen, z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Krebserkrankungen etc. Besonders gesundheitsschädlich ist das Fettgewebe im Bauchraum, das so genannte viszerale Fett. Die Fettzellen dort produzieren zahlreiche Substanzen, die als Adipokinine bezeichnet werden. Inzwischen sind über 100 Adipokinine bekannt, die größtenteils im Fettgewebe verbleiben. In die Blutbahn gelangen vor allem entzündungsfördernde Stoffe: C-reaktives Protein und Tumornekrosefaktor-Alpha (TNF-Alpha), deren Bildung durch eine chronische Überernährung gefördert wird.

TNF-Alpha hemmt die Weiterleitung des Insulinsignals bereits am Insulinrezeptor und spielt deshalb eine wichtige Rolle für die Entstehung der Insulinresistenz. Letztere ist ein wesentliches Bindeglied zwischen Adipositas und dem metabolischen Syndrom. Das metabolische Syndrom ist verantwortlich für das gemeinsame Auftreten von Adipositas, Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus II. Neben TNF-Alpha sind auch die erhöhte Produktion und Freisetzung freier Fettsäuren durch das viszerale Fett erheblich an der Entstehung einer Insulinresistenz beteiligt.

Eine kalorische Überernährung mit der Entwicklung von Übergewicht/ Adipositas bedeutet keineswegs, dass der Organismus ausreichend mit allen Mikronährstoffen versorgt wäre. Vielmehr sind bei Übergewichtigen recht häufig Mikronährstoffdefizite nachweisbar, wie verschiedene Studien zeigen. Die pathophysiologischen und pathobiochemischen Veränderungen bei Übergewicht/ Adipositas werden durch eine unzureichende Mikronährstoffversorgung verstärkt. Verschiedene Stoffwechselveränderungen bei Übergewicht und metabolischem Syndrom können deshalb mit einer gezielten Therapie mit orthomolekularen Substanzen positiv beeinflusst werden. Auch eine geplante Gewichtsreduktion lässt sich durch geeignete Mikronährstoffe unterstützten.

Selen

Von den Centers for disease control and prevention in Atlanta wurde untersucht, ob und in welchem Umfang bei übergewichtigen Personen Veränderungen der Mikronährstoffversorgung nachweisbar sind. Das Probandenkollektiv umfasste 7.808 Männer und 8.137 Frauen verschiedenen Lebensalters. Verwendet wurden die Daten der NHANES-III-Studie. Bei den übergewichtigen und adipösen Probanden waren die Spiegel verschiedener Mikronährstoffe, darunter auch Selen, niedriger als bei den normalgewichtigen Probanden.

In der französischen EVA-Studie wurden die Selenkonzentrationen bei älteren Menschen über einen Zeitraum von neun Jahren beobachtet. Übergewicht erwies sich dabei als wesentlicher Risikofaktor für niedrige Selenkonzentrationen. Selen ist ein wichtiges antioxidatives Spurenelement mit antiinflammatorischen und immunstimulierenden Eigenschaften. Ein ausgeprägter Selenmangel kann auch zu einer Störung der Schilddrüsenfunktion führen (niedrige T3-Konzentrationen). von Adipositas, Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus II. Neben TNF-Alpha sind auch die erhöhte Produktion und Freisetzung freier Fettsäuren durch das viszerale Fett erheblich an der Entstehung einer Insulinresistenz beteiligt.

Arginin/ Citrullin

In einer Studie der Universität Graz wurden bei 57 übergewichtigen Jugendlichen deutliche Veränderungen des Stickoxidmetabolismus nachgewiesen. Im Vergleich zu normalgewichtigen Kontrollpersonen zeigten die übergewichtigen Jugendlichen verminderte Citrullin-Plasma-Konzentrationen, eine vermindert Aktivität der stickoxidbildenden Enzyme sowie erhöhte Argininkonzentrationen. Daraus konnte geschlossen werden, dass die NO-Bildung bei diesen Jugendlichen gestört war, denn bekanntlich ist Arginin die Ausgangssubstanz für die Bildung von NO. Eine Argininsupplementierung kann beim metabolischen Syndrom zur Verbesserung der Endothelfunktion und der Insulinsensivität sinnvoll sein.

Eine Supplementierung von Citrullin ist eine sehr gute Alternative zu Arginin, da Citrullin im Stoffwechsel effektiv zu Arginin umgewandelt wird - mit dem Vorteil, dass es zu keinem beschleunigten Argininabbau durch die Arginase kommt.

Das Wachstumshormon STH fördert den Fettabbau und ist bei übergewichtigen Menschen häufig vermindert. Es ist gut belegt, dass eine intravenöse Argininapplikation die STH-Sekretion effektiv steigern kann. Bei einer oralen Argininzufuhr sind die Studienergebnisse diesbezüglich nicht eindeutig. Die wohl bekannteste und meist verwendete Aminosäurenkombination zur Anregung der STH-Sekretion ist eine Mischung aus Arginin und Ornithin.

Folsäure, Homocystein

Übergewicht/ Adipositas sind häufig mit einer endothelialen Dysfunktion assoziiert; besonders betroffen ist die Vasodilation der kleinen Blutgefäße. Bei Übergewicht steigt auch die Wahrscheinlichkeit für erhöhte Homocysteinkonzentrationen, und zwar bei Kindern und Erwachsenen. Homocystein gilt zudem als ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In der amerikanischen Mikronährstoffstudie der Centers for disease control and prevention wurden bei prämenopausalen Frauen mit zunehmendem BMI vermehrt niedrige Folsäurekonzentrationen nachgewiesen. Folsäure ist von zentraler Bedeutung für den Homocysteinabbau und hat darüber hinaus einen eigenständigen endothelprotektiven Effekt.

Den vollständigen Fachartikel von Dr. med. Hans-Günter Kugler, Leiter des Diagnostischen Centrums für Mineralanalytik und Spektroskopie im Verbund mit der HG Naturklinik Michelrieth, können Sie hier lesen.