Ins Blut geschaut

aus „BIO”, Ausgabe Dez 2004

Autor: Dr. med. Arno Schneider

Anhand des Blutes lassen sich Belastungen und Störungen des Körpers in ihrem ganzheitlichen Zusammenhang erkennen – und zwar lange bevor sie sich in sichtbaren Organveränderungen manifestieren oder in krankhaften Laborwerten zeigen.
Eine erfolgreiche ganzheitliche Therapie berücksichtigt als Basis das Milieu im Körper, also die Bedingungen und das Umfeld, in welchem sich zum Beispiel Bakterien oder Viren entwickeln und vermehren können.
Blutausstrich-Ganzkörper-Test und Dunkelfeld-Vitalblut-Untersuchung sind Verfahren, die einen gezielten Einblick in die aktuelle Stoffwechselsituation und das aktuelle Körpermilieu des Patienten ermöglichen. Dabei werden Stoffwechselrückstände, Umwelt- und Schadstoffbelastungen sowie Rückstände von früheren Infektionen beurteilt.
Beide Methoden geben darüber hinaus wertvolle Hinweise, in welcher Phase der Krankheit sich der Patient gerade befindet. Aus diesen Informationen kann eine gezielte und individuelle Therapie erfolgen.

Bereits zu Beginn des vorigen Jahrhunderts stellte der Berliner Bakteriologe und Zoologe Professor Günther Enderlein (1872-1968) grundlegende Forschungen über das Blutmilieu an. Über die Wachstumsformen der Mikroorganismen, also Kleinstlebewesen (Symbionten), die im Blut und allen anderen Körpersäften vorkommen.
In jedem Blut, auch im gesunden, befinden sich solche Symbionten. Aus diesen entwickeln sich – je nach Milieu wie etwa dem pH-Wert - krankhafte Formen, die sich dann gegen die Zellen des Körpers richten und Krankheiten hervorrufen können. So werden zum Beispiel Stauungserkrankungen durch Veränderungen des Symbionten Mucor racemosus Fresen verursacht. Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates durch Veränderungen des Symbionten Aspergillus niger oder Eiterungen und Entzündungen durch die Penicillium-Zyklode. Professor Enderlein nannte diese Veränderungen Cyclogenie (griech. „die Geburt im Kreislauf”).
Bei der Dunkelfeld-Vitalblut-Untersuchung wird das Blut im vitalen Zustand mikroskopisch untersucht. Die einzelnen Blutbestandteile werden dabei exakt nach verschiedenen Kriterien beurteilt.

Dem nüchternen Patienten werden 1-2 Tropfen Blut aus der Fingerbeere entnommen und mit einem Deckglas auf einen Objektträger aufgebracht. Sofort nach der Entnahme wird der Blutstropfen ca. 15-20 Minuten unter dem Dunkelfeld-Mikroskop untersucht. Diese Untersuchung wird nach einigen Stunden nochmals wiederholt.
Im Labor kommt dabei ein Hochleistungs-Mikroskop zum Einsatz. Dieses ermöglicht durch einen hohen Vergrößerungsmaßstab und eine hohe Auflösung eine deutlich gesteigerte Aussagekraft der Untersuchung.

Folgende Kriterien werden bei der Blutuntersuchung beurteilt:

  • Gesundes oder krankhaftes Blutmilieu
  • Nachweis und Differenzierung der Symbionten. Diese gelangen unter anderem über die Ernährung ins Blut. Im gesunden Organismus sind es nur bestimmte apathogene (= nicht krankhafte) Wachstumsformen. Sie können sich jedoch je nach Beschaffenheit des Körpermilieus in krankhafte Formen verändern. Man spricht dabei von Symbiose oder Pathosymbiose.
  • Rotes Blutbild
    Lage, Form und Beschaffenheit der roten Blutkörperchen, Grad des Befalls durch Mikroorganismen.
  • Weißes Blutbild
    Zustand des Immunsystems anhand der weißen Blutkörperchen (Leukozyten/Lymphozyten).
  • Allergische und entzündliche Reaktionen
  • Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel Rheuma)
  • Serum
  • Zustand des Gerinnungssystems des Blutes anhand der Blutplättchen (Thrombozyten)
  • Fließeigenschaft und Konsistenz (Viskosität) des Blutes
  • Verschlackungs- und Belastungsgrad des Blutes
  • Hinweise auf Streuherde (Fokaltoxikosen)
  • Anzeichen für mögliche Pilzerkrankungen
  • Eiweiß- und Fettstoff-wechselstörungen, Harnsäurebelastung
  • Hinweise auf freie Radikale und Sauerstoffsättigung
  • Störungen im Mineralstoffhaushalt (Elektrolyt- und Spurenelemente-Haushalt) und vieles mehr.

Das Blutbild eines gesunden Menschen zeigt unter dem Mikroskop leuchtende, aufgelockerte Erythrozyten. Das Blut eines kranken Menschen dagegen eingedickte, miteinander verklebte rote Blutkörperchen. Man spricht in diesem Fall von der so genannten Geldrollenbildung.
Auch die Ernährung spiegelt sich im Blut wider. So zeigt das Blut eines Fleisch- und Fischessers häufig verformte Zellen und eine erhöhte Fibrinbildung. Das Serum wirkt trüb, was auf ein gereiztes Immunsystem, Mangelerscheinungen und Eiweißbelastungen hinweist. Das Blutbild eines Vegetariers dagegen weist klare Zellstrukturen und ein klares Serum auf. Das Blut besitzt gute Fließeigenschaften und eine bessere Sauerstoffaufnahme.

Die Dunkelfeld-Vitalblut-Untersuchung ist damit eine sehr wertvolle Untersuchungsmethode im Rahmen einer echten Früherkennung. Aber auch wenn es darum geht, die Ursachen für Erkrankungen aufzuspüren und eine Verlaufs- und Therapiekontrolle durchzuführen. Zusammen mit der Blutausstrichtest-Untersuchung sind diese deshalb aus der ganzheitlichen Diagnostik der Naturklinik Michelrieth nicht mehr wegzudenken.

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