Mit der Gesundheitsinitiative „Schach dem Diabetes“
möchten die Ärzte der HG Naturklinik Michelrieth alle Personen ab 35 Jahren dazu auffordern, ihr Diabetes-Risiko zu erkennen und etwas dagegen zu tun.
Wie viele Menschen sind an Diabetes erkrankt?
Die Zahl der an „Diabetes mellitus“ gestorbenen Personen ist in Deutschland seit 1980 um 29 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte, starben im Jahr 2005 24.342 Menschen an der Zuckerkrankheit. Im Jahr 1980 waren es 18.895. Während 1980 von je 100.000 Menschen 24,1 Personen an einer Form der Zuckerkrankheit starben, waren es 2005 schon 29,5 Personen.
Prof. Dr. med. Werner Scherbaum aus dem Deutschen Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf:
“Zur Zeit gibt es weltweit mehr als 194 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus (2003), das sind 5,1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. In Deutschland werden zur Zeit ca. 6,3 Millionen Diabetiker geschätzt (2003), davon 5 Millionen diagnostizierte Fälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die internationale Diabetes-Vereinigung (IDF) rechnen mit einem [weltweiten, Anm. d. Verf.] Anstieg dieser Zahl bis zum Jahr 2025 auf 333 Millionen (6,3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung). Neue Hochrechnungen aus dem Jahr 2004 schätzen für das Jahr 2030 eine Zahl von 366 Millionen Diabetikern. Dies ist hauptsächlich Folge des Bevölkerungswachstums, einer immer älter werdenden Bevölkerung, der Verstädterung, der ungesunden Ernährungsgewohnheiten und Folge der mangelnden körperlichen Bewegung.
Ungefähr die Hälfte aller Menschen mit Typ 2 Diabetes mellitus wissen nichts von ihrer Krankheit…Auch heute noch beträgt die Zeit zwischen dem Beginn der Erkrankung und der Diagnosestellung 5-8 Jahre. In dieser Zeit können schon Organschäden auftreten. Daher sind auch bei vielen Patienten mit Diabetes mellitus schon zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Langzeitfolgen der Erkrankung nachzuweisen.
Daher ist die frühzeitige Entdeckung des Diabetes eine der wichtigsten Maßnahmen überhaupt.“
Soweit Professor Scherbaum.
Aktuell gibt es weltweit bereits ca. 230 Millionen Diabetiker, und in Deutschland 7 Millionen. Im Jahr 2010 werden 10 Millionen Diabetiker in Deutschland erwartet.
Die Kosten der Diabetes-Erkrankung
Laut der Diabetes KoDiM Studie des Klinikums Rechts der Isar München aus dem Jahr 2001 unter Leitung von Prof. Dr. Hans Hauner beliefen sich 2001 die direkten Kosten für das deutsche Gesundheitswesen auf ca. 30 Milliarden Euro im Jahr, die Gesamtkosten, einschließlich der Kosten, welche der Wirtschaft und dem Rentensystem entstehen, auf ca. 60 Milliarden Euro.
Hochgerechnet auf die gestiegene Zahl der Diabetiker im Jahr 2008 sind dies aktuell mehr als 80 Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland.
Damit ist der Diabetes mellitus die teuerste Stoffwechselkrankheit und stellt eine der größten
Herausforderungen für das deutsche Gesundheitswesen wie auch die Wirtschaft und die
Rentenversicherung dar.
Um eine langfristige Lösung für eine effiziente Versorgung im Bereich Diabetes zu schaffen, so die wesentlichste Schlussfolgerung der erwähnten Diabetes KoDiM Studie, bedarf es geeigneter Strategien, welche die Entstehung von Diabetes verhindern bzw. dessen Folgeschäden vermeiden. Aufklärung und Prävention, z. B. im Hinblick auf fett- und kalorienarme, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung, sowie frühzeitige Behandlung können hier einen deutlichen Beitrag leisten. Dabei ist die aktive Mitarbeit des Patienten unerlässlich.
UN-Resolution gefordert
Sogar der führende Insulinhersteller der Welt, der dänische Arzneimittelkonzern Novo Nordisk, unterstützt daher eine Kampagne gegen die weitere Ausbreitung. Der Kongress in Kopenhagen, in dessen Begleitprogramm Appelle zu regelmäßigen Tests auf Diabetes und zur präventiven Änderung des Lebensstils im Zentrum stehen, ruft in Unterstützung der „International Diabetes Federation“ die Kampagne ins Leben. Die Vereinten Nationen sollen zu einer Resolution veranlasst werden, die am Welt-Diabetes-Tag 2008, dem 14. November, verabschiedet werden soll. Der Chef der Öffentlichkeitsarbeit von Novo Nordisk, Mike Rulis, sagte in Kopenhagen, mit der Unterstützung des Projekts säge das Unternehmen keineswegs den Ast ab, auf dem es sitze.
„Wenn nichts gegen die Ausbreitung der Krankheit getan werde, ächzten bald fast alle Länder der Welt unter einer Überlast an Gesundheitskosten.“
Krefeld gegen Diabetes
Aus diesen Gründen wurde im Jahre 2000 eine gemeinsame Aktion Krefelder Ärzte und Apotheken ins Leben gerufen mit dem Ziel, bisher unbekannte Diabetiker durch ein Screening der Bevölkerung zu identifizieren. Mit bisher sehr gutem Erfolg.
Die Versicherten ab dem 35. Lebensjahr sollten auf ihren gemäß § 25 SGB V bestehenden Anspruch auf eine regelmäßige ärztliche Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Erkrankungen hingewiesen werden, da dieses Anrecht bisher scheinbar kaum bekannt ist und fast nicht in Anspruch genommen wurde.
Ein Informationsblatt wurde über alle 27 teilnehmenden Apotheken, bei Eishockeyspielen der Krefelder Pinguine, in Betriebskantinen, in den Mitteilungen der Krefelder Krankenkassen an ihre Mitglieder und während einer Presse-Aktion auf dem Neumarkt verteilt.
Der Flyer „Krefeld gegen Diabetes“ forderte Interessierte zu einer Vorsorgeuntersuchung bei ihrem Hausarzt auf oder dazu, sich in einer der teilnehmenden Apotheken einen kostenlosen Harnzuckerteststreifen abzuholen.
„Schach dem Diabetes“
Die Diabetes-Initiative der HG Naturklinik Michelrieth
Angeregt durch die Diabetes-Initiative „Krefeld gegen Diabetes“ möchte die HG Naturklinik Michelrieth eine solche Initiative „Schach dem Diabetes“ durchführen.
Basis hierzu ist ein Diabetes-Fragebogen mit Auswertung. Aufgrund der gegebenen Antworten können die Patienten ihr Risiko, in den nächsten 10 Jahren an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, selbst einschätzen und mit dem ausgefüllten Fragebogen zu ihrem Hausarzt/ dem Arzt ihres Vertrauens gehen. Außerdem sind Vorträge und Informationsveranstaltungen in der HG Naturklinik Michelrieth vorgesehen, zum Beispiel: „Schach dem Diabetes. Vorsorge und ganzheitliche Behandlung. Was kann ich selbst tun?“ Hierbei wird auf die Risikofaktoren eingegangen wie ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung, Übergewicht – und wie mit wenigen Mitteln viel für die Gesundheit getan werden kann.
Die Fragebögen werden verteilt in Arztpraxen, Apotheken, Kaufhäusern, Betriebskantinen und werden außerdem im Internet veröffentlicht.