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Erschöpfung: Warum Mikronährstoffe den Energiestoffwechsel verbessern können

Müdigkeit und Erschöpfung sind weit verbreitet. Bis zu 30 Prozent der Bevölkerung leidet gelegentlich oder häufig unter Ermüdungssymptomen. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Der Schwerpunkt liegt im Altersbereich zwischen 25 und 44 Jahren. Von chronischer Müdigkeit spricht man, wenn die Symptome länger als sechs Monate bestehen. Abzugrenzen ist das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS). Hierbei handelt es sich um eine nicht erklärbare mehr als sechs Monate anhaltende Müdigkeit mit starker Beeinträchtigung und verschiedenen Begleitsymptomen.

Erschöpfung ist auch ein typisches Kennzeichen des Burn-out-Syndroms. Die Betroffenen haben ein Gefühl der Überforderung und des Ausgelaugtseins mit Verlust der Regenerationsfähigkeit. Dazu kommen zunehmende Distanzierung z. B. von Arbeitskollegen oder gar der Verlust der Identifikation mit der Arbeit. Auch mannigfache körperliche Beschwerden gehören zur Burn-out-Symptomatik. Derzeit ist Burn-out noch nicht als eigenständige medizinische Diagnose anerkannt. Es gibt hierfür auch keine ICDZiffer. Müdigkeit und Erschöpfung können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden. Leicht nachvollziehbar sind physiologische Ursachen wie körperliche Überbelastung, Überarbeitung, wenig Schlaf, Wetterfühligkeit und altersbedingte Schwäche. Die somatogenen Ursachen umfassen viele Erkrankungen, die typischerweise mit Müdigkeit einhergehen. Beispiele sind: Herzinsuffizienz, Anämie, chronische Niereninsuffizienz, hormonelle Erkrankungen, Tumorerkrankungen, Infektionskrankheiten, Stoffwechselkrankheiten, neurologische Erkrankungen und vieles mehr. Erschöpfung/Müdigkeit kann auch infolge psychogener Ursachen entstehen. Dazu zählen z. B. anhaltende psychosoziale Konflikte, Verstimmungszustände, Angststörungen, Depressionen und psychosomatische Erkrankungen. Manchmal ist die Erschöpfung oder Müdigkeit auch hausgemacht, z. B. durch Einnahme von Medikamenten, wie Beruhigungsmittel, Antidepressiva, blutdrucksenkende Mittel, Parkinsonmedikamente, Antiepileptika und vieles mehr.

Erschöpfung ist Energiemangel

Da bei Erschöpfung ein Mangel an Energie vorliegt, ist bei allen Formen der Erschöpfung natürlich die Frage von allergrößter Bedeutung, ob der Organismus überhaupt in der Lage ist, ausreichend Energie zu bilden. Dabei handelt es sich um chemische Energie in Form des Adenosintriphosphats (ATP). Diese Substanz ist für das gesamte Stoffwechselgeschehen von allergrößter Bedeutung, weil sehr viele biochemische Reaktionen in der Zelle nur mit Hilfe von ATP ablaufen können. Über 90 Prozent des ATPs werden in den Mitochondrien gebildet. Eine gesunde Zelle enthält bis zu 2000 Mitochondrien, die gerne als Kraftwerke der Zellen bezeichnet werden. In den Mitochondrien befindet sich die Atmungskette, die aus vier Enzymkomplexen besteht. In einem fünften Komplex wird dann das ATP-Molekül gebildet. Für die Funktionsfähigkeit der Atmungskette sind zahlreiche Mikronährstoffe erforderlich, die alle in ausreichender Menge vorhanden sein müssen, was aber oftmals nicht der Fall ist. Den Energiestoffwechsel kann man durchaus mit einem Räderwerk vergleichen, in dem jedes Rädchen in das andere greifen muss.

Mitochondrien sind sehr vulnerable Zellorganellen und werden leicht durch freie Radikale geschädigt. Dadurch kommt es im Laufe des Lebens oftmals zu einer Beeinträchtigung der Mitochondrienfunktion. Ein Erschöpfungszustand, egal aus welchen Ursachen, kann sich nur dann nachhaltig bessern, wenn vorhandene Mikronährstoffdefizite oder bereits eine suboptimale Versorgung mit Mikronährstoffen erkannt und behoben wird. In den letzten Jahren mehren sich die Hinweise, dass beim chronischen Müdigkeitssyndrom erhebliche Stoffwechselanomalien vorliegen, beispielsweise wurde eine Erhöhung mehrerer Entzündungsmarker festgestellt. US-Wissenschaftler haben bei Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom umfangreiche Stoffwechselveränderungen entdeckt: insgesamt zeigen die CFS-Patienten 60 Anomalien in 20 Stoffwechselwegen. Diese Abweichungen ähnelten der eines stark abgesenkten Stoffwechsels – sozusagen ein Leben auf Sparflamme.