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Grippe und Erkältungskrankheiten: Mikronährstoffe stärken die Immunabwehr!

Nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts steigt die Zahl der Atemwegserkrankungen in den Wintermonaten regelmäßig an. Der Ausdruck „Erkältung“ impliziert, dass Kälte bei der Entstehung von Atemwegserkrankungen eine zentrale Rolle spielt. Es gibt dazu verschiedene Theorien. Wenn der Körper Kälte ausgesetzt wird, kommt es z.B. zu einer Beeinträchtigung der Durchblutung, weshalb auch weniger Immunzellen zirkulieren können. Eine weitere Erklärung für Erkältungskrankheiten könnte sein, dass wir in den kalten Monaten mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen und uns durch den engeren Kontakt zu anderen Menschen auch leichter mit Erkältungserregern anstecken können. Schlecht belüftete und beheizte Räume können auch zu einer Austrocknung der Schleimhäute führen, die dann anfälliger für Viren werden.

Von den üblichen Erkältungen zu unterscheiden ist die Grippe, die in diesem Winter besonders häufig und zuweilen besonders schwer auftritt. Neben verstopfter Nase und Halsschmerzen treten oft Fieber, starker Husten und häufig eine Mitbeteiligung der Lungen (Lungenentzündung) auf.

Zur Prophylaxe gegen Grippe und Erkältungskrankheiten werden ein gesunder Lebensstil, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und ausgiebige Winterspaziergänge empfohlen. Sinnvoll ist auf jeden Fall auch eine Stärkung des Immunsystems durch Mikronährstoffe bzw. die Vermeidung von Mikronährstoffdefiziten nach vorheriger Blutanalyse. Das belegen explizit nachfolgende Studien:

•Wissenschafter aus Finnland publizierten im Februar 2015 eine Metaanalyse über die Wirksamkeit von Hochdosis-Zink-Lutschtabletten bei Erkältungserkrankungen. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Zinkacetat-Lutschtablette Zinkionen in einer Dosis von ungefähr 80 mg pro Tag freisetzten, und dies bei üblichen Erkältungskrankheiten bei Beginn der Behandlung innerhalb von 24 Stunden eine sinnvolle Behandlung ist.
•Verschiedene Publikationen haben sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Blutspiegel von Vitamin 25(OH)D und Atemwegserkrankungen beschäftigt:
•Wissenschafter aus Taiwan fanden bei Patienten mit chronischer Nasennebenhöhlen-Entzündung im Vergleich zu Kontrollpersonen signifikant niedrigere Vitamin D3-Spiegel.
•US-Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen der Konzentration von 25(OH)-Vitamin D bei gesunden Kontrollpersonen mit den 25(OH)-Vitamin-D-Konzentrationen von Patienten mit ambulant aufgetretener Lungenentzündung. Bei den 16.979 Teilnehmern der Studie waren die 25 (OH)D-Spiegel umgekehrt proportional zum Auftreten von Lungenentzündungen.
•Auch Wissenschafter aus Jena fanden bezüglich der Konzentration von 1,25-OH-Vitamin D einen umgekehrt proportionalen Zusammenhang mit dem Schweregrad einer Pneumonie.
•Spanische Wissenschafter untersuchten bei Kindern, die wegen Infektionen der unteren Atemwege stationär behandelt wurden die 25-(OH)-Vitamin D-Spiegel und konnten nachweisen, dass niedrigere 25-(OH)D-Spiegel umgekehrt proportional mit dem Schweregrad der Erkrankung korrelierten.
•Bei 2774 Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren in Bogota, Kolumbien, wurden verschiedene Mikronährstoffe bestimmt, darunter Vitamin A, Folsäure und Vitamin B12. Bei einem Vitamin-A-Mangel war das Risiko für Husten, verbunden mit Fieber, erhöht. Höhere Hämoglobinkonzentrationen waren mit einem niedrigeren Risiko für Mittelohrentzündungen verbunden.
•US-Wissenschafter konnten nachweisen, dass bei Patienten mit einem geringen Vitamin-C-Spiegel die Supplementierung mit Vitamin C das Auftreten von Erkältungserkrankungen verminderte und den körperlichen Aktivitätslevel steigerte. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass eine Vitamin-C-Supplementierung bei adäquatem bis niedrigem Vitamin-C-Status zu messbaren gesundheitlichen Vorteilen führt.
•Forscher aus China konnten bei Kindern mit Pneumonie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe vermehrt Defizite von Eisen, Zink und Vitamin A nachweisen.
•Bei Kindern mit Übergewicht konnten polnische Wissenschafter eine zu geringe Aufnahme von Eisen und Vitamin E nachweisen. Sie kamen zu dem Schluss, dass bei übergewichtigen Kindern und Teenagern im Hinblick auf eine optimale Funktionsfähigkeit des Immunsystems die Aufnahme von Mikronährstoffen nicht ausreichend balanciert ist.
•Arginin, eine Aminosäure, ist die Ausgangssubstanz für die Bildung von Stickstoffmonoxid. Durch Virusinfektionen wird generell die Stickstoffoxidproduktion (NO)gesteigert. NO kann verschiedene Effekte bei Immunantworten anregen, z.B. eine Aktivierung von cGMP, eine Steigerung der Freisetzung von p53 (Tumorsupressormolekül) und es kann Moleküle durch Nitrosylierung verändern. Eine ausreichende Versorgung mit Arginin unterstützt die Immunabwehr.
Referenzen:

•welt.de, 06.01.2015: Darum erkältet man sich bei Kälte leichter
•daserste.de, 10.01.2015: Macht Kälte Erkältung?
•spiegel.de, 18.12.2014: Wird man krank, wenn man zu dünn angezogen ist?
•BMC Family Practice 2015, 16:24: The effectiveness of high dose zinc acetate lozenges on various common cold symptoms: a meta-analysis
•Wang LF, Lee CH et al.: Serum 25-hydroxyvitamin D levels are lower in chronic rhinosinusitis with nasal polyposis and are correlated with disease severity in Taiwanese patients; Am J Rhinol Allergy. 2013 Nov-Dec;27(6):e162-5.
•Quraishi SA, Bittner EA et al.: Vitamin D status and community-acquired pneumonia: results from the third National Health and Nutrition Examination Survey; PLoS One. 2013 Nov 15;8(11):e81120
•Mathias W Pletz, Christoph Terkamp et al.: Vitamin D deficiency in community-acquired pneumonia: low levels of 1,25(OH)2 D are associated with disease severity; Respir Res. 2014; 15(1): 53.
•Cebey-López M, Pardo-Seco J et al.: Vitamin D Role in Hospitalized Children with Lower Tract Acute Respiratory Infections; J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2015 Oct 9.
•Khalid AN, Ladha KS et al.: Association of Vitamin D Status and Acute Rhinosinusitis: Results From the United States National Health and Nutrition Examination Survey 2001-2006; Medicine (Baltimore). 2015 Oct;94(40):e1447.
•Thornton KA, Mora-Plazas M et al.: Vitamin A deficiency is associated with gastrointestinal and respiratory morbidity in school-age children; J Nutr. 2014 Apr;144(4):496-503
•Johnston CS, Barkyoumb GM et al.: Vitamin C supplementation slightly improves physical activity levels and reduces cold incidence in men with marginal vitamin C status: a randomized controlled trial. Nutrients. 2014 Jul 9;6(7):2572-83.
•Zhou W, Zuo X et al.: Effects of nutrition intervention on the nutritional status and outcomes of paediatric patients with pneumonia; Minerva Pediatr. 2015 Mar 31
•Czerwonogrodzka-Senczyna A, Janusz M et al.: Nutrition and Immune System in Children with Simple Obesity; Adv Exp Med Biol. 2015 Aug 14.
•Elaine Uchima Uehara, Beatriz de Stefano Shida et al.: Role of nitric oxide in immune responses against viruses: beyond microbicidal activity; Inflamm. Res. (2015) 64:845–852